Dirofilariose bezeichnet Infektionen mit Filarien, von denen bei Hunden besonders Dirofilaria immitis und Dirofilaria repens relevant sind. Beide werden durch Stechmücken übertragen, unterscheiden sich aber deutlich darin, wo die erwachsenen Würmer im Körper leben und welche Folgen sie verursachen können.
Die Erkrankungen sind deshalb mehr als eine „Wurmkurfrage“. Vor allem eine Herzwurminfektion kann schwer verlaufen, und Diagnostik sowie Behandlung müssen gezielt tierärztlich geplant werden.
Herzwurm: vor allem Lungengefäße und Herz-Kreislauf-System
Dirofilaria immitis siedelt sich als erwachsener Wurm vor allem in den Lungenarterien und bei fortgeschrittener Infektion auch im rechten Herzen an. Hunde können zunächst unauffällig sein; später können unter anderem Leistungsabfall, Husten, Atemprobleme und Zeichen einer Herz-Kreislauf-Belastung auftreten.
Die Infektion ist in Teilen Süd-, Mittel- und Osteuropas endemisch. Der Transport infizierter Hunde und geeignete Mückenvektoren tragen dazu bei, dass sich Verbreitungsgebiete verändern können.
Hautwurm: meist im Unterhautgewebe
Dirofilaria repens lebt überwiegend im Unterhautgewebe und kann Knoten oder Schwellungen verursachen, bleibt aber bei Hunden auch symptomlos. Der Hautwurm hat in Europa eine besondere Bedeutung als Zoonoseerreger, wobei Menschen Fehlwirte sind.
Deutschland gilt derzeit nicht als Endemiegebiet für Dirofilaria immitis; importierte Infektionen bleiben jedoch relevant. Dirofilaria repens hat sein Verbreitungsgebiet dagegen bereits fokal bis nach Deutschland ausgeweitet.
Eine direkte Übertragung vom Hund auf den Menschen findet nicht statt. Für die Übertragung sind Stechmücken erforderlich.
Warum ein einzelner negativer Test nicht immer genügt
Zur Diagnostik der Herzwurminfektion können Antigentests und der Nachweis von Mikrofilarien kombiniert werden. ESCCAP weist darauf hin, dass nicht jeder infizierte Hund zirkulierende Mikrofilarien aufweist und dass auch Antigentests je nach Entwicklungsstadium Grenzen haben.
Bei Importhunden ist deshalb der Zeitpunkt der möglichen Infektion wichtig. Ob und wann eine Untersuchung wiederholt wird, sollte anhand der Reisegeschichte und der verwendeten Testmethode festgelegt werden.
Behandlung ist anspruchsvoll
Die Behandlung erwachsener Herzwürmer kann mit erheblichen Risiken verbunden sein, unter anderem durch Gefäßreaktionen und Thromboembolien beim Absterben der Würmer. Genau deshalb gehören Therapie und Bewegungseinschränkung in einen tierärztlich kontrollierten Plan.
Der Tierschutzkompass nennt keine Dosierungen oder Behandlungsschemata. Entscheidend für Halter ist: Ein bestätigter Herzwurmbefall ist ernst, aber eine fachgerechte Diagnostik ermöglicht eine gezielte Behandlung und Einschätzung des Schweregrads.
Vorbeugung bei Reisen
Bei Reisen in Endemiegebiete kann eine vorbeugende medikamentöse Strategie gegen frühe Larvenstadien erforderlich sein. Mückenschutz kann die Exposition reduzieren, ersetzt die spezifische Herzwurmprophylaxe aber nicht zuverlässig; die Planung sollte vor der Reise mit der Tierarztpraxis erfolgen.
Quellen
Quellenstand: 13.09.2026. Bei rechtlichen und medizinischen Themen gilt immer die aktuelle Fassung der verlinkten Primär- bzw. Fachquelle.
- ESCCAP – Herzwürmer beim Hund: https://www.esccap.de/parasiten/sand-und-stechmuecken/herzwuermer-beim-hund/
- ESCCAP – Helminthen-Empfehlung 2025: https://www.esccap.de/empfehlung/helminthen-2/
- ESCCAP – Vektorübertragene Erkrankungen: https://www.esccap.de/empfehlung/vbds/