Ein Mikrochip ist eine dauerhafte Identifikationsmöglichkeit, aber kein Ortungsgerät und kein öffentliches Namensschild. Auf dem Chip ist eine Nummer gespeichert; damit ein Fundtier seinem Halter zugeordnet werden kann, muss diese Nummer in einem erreichbaren Register mit aktuellen Kontaktdaten verknüpft sein.
Deshalb gehören Kennzeichnung und Registrierung zusammen. Ein korrekt gechippter, aber nirgendwo registrierter Hund oder eine Katze kann nach einem Fund deutlich schwerer zurückvermittelt werden.
Was der Mikrochip kann – und was nicht
Der Transponder wird mit einem Lesegerät ausgelesen und liefert eine eindeutige Nummer. Er sendet kein GPS-Signal und zeigt weder Standort noch Namen oder Telefonnummer des Halters direkt an.
Tierarztpraxen, Tierheime und andere geeignete Stellen können die Nummer auslesen und anschließend über passende Register beziehungsweise Suchsysteme prüfen, wo sie registriert ist. Ohne passende Registrierung liefert die Chipnummer allein jedoch keine verlässliche Kontaktmöglichkeit zum Halter.
TASSO und FINDEFIX
In Deutschland bieten unter anderem TASSO und FINDEFIX kostenlose Haustierregister an. Beide ermöglichen die Rückvermittlung, wenn Finder oder Fachstellen die Chipnummer an das Register melden.
Eine Registrierung ist besonders dann hilfreich, wenn die Kontaktdaten aktuell sind. Nach Umzug, neuer Telefonnummer oder Halterwechsel sollten die Daten deshalb zeitnah angepasst werden.
Private Register sind nicht dasselbe wie behördliche Register
Je nach Bundesland oder Kommune können zusätzlich gesetzliche Kennzeichnungs-, Anzeige- oder Registerpflichten bestehen. Eine Registrierung bei TASSO oder FINDEFIX ersetzt solche behördlichen Pflichten nicht automatisch.
Umgekehrt dient ein behördliches Hunderegister nicht zwingend als rund um die Uhr erreichbares Fundtierregister. Welche Systeme am Wohnort vorgeschrieben oder sinnvoll sind, sollte getrennt geprüft werden.
Vor Reise oder Vermittlung Chipnummer kontrollieren
Bei grenzüberschreitenden Reisen muss die Identifikation zum Reisedokument passen. Es ist sinnvoll, die Chipnummer vor Reise oder Übergabe einmal auslesen zu lassen und mit Heimtierausweis beziehungsweise Gesundheitsunterlagen zu vergleichen.
Wenn ein gefundenes Tier eine ausländische Registrierung hat
Dann können internationale Metasuchsysteme helfen, das zuständige Register zu finden. Sie geben in der Regel nicht einfach private Halterdaten aus, sondern verweisen auf das Register, das die Rückvermittlung übernehmen kann.
Quellen
Quellenstand: 13.09.2026. Bei rechtlichen und medizinischen Themen gilt immer die aktuelle Fassung der verlinkten Primär- bzw. Fachquelle.
- TASSO – Kennzeichnung und anschließende Registrierung: https://www.tasso.net/Tierregister/Das-TASSO-Prinzip
- TASSO – 2026: Chip allein bringt vermisste Katzen nicht nach Hause: https://www.tasso.net/Presse/Pressemitteilungen/2026/Jede-vierte-Katze
- FINDEFIX – Haustierregister: https://www.tierschutzbund.de/ueber-uns/wie-wir-arbeiten/angebote/findefix/